Protestaktion mit Apothekerkittel


Apell an Gesundheitsminister
Protestaktion mit Apothekerkittel

Die Proteste der niedersächsischen Apotheker halten an. Nach dem landesweiten Protesttag am 27. September 2012 wenden sich die Apotheker nun direkt an den Bundesminister für Gesundheit. Apotheker aus ganz Niedersachsen schickten symbolisch ihren Kittel an Daniel Bahr. Das meldet die Apothekerkammer Niedersachsen.
Symbolischer Aufruf mit Kittelaktion
In dem beiliegenden Brief hieß es: "Jede Woche schließen in Deutschland sechs Apotheken, weil die finanziellen Mittel fehlen. Sechs Apothekeninhaber müssen jede Woche ihren Kittel ausziehen. Diese Entwicklung muss jetzt aufgehalten werden! Wir wollen unseren gesetzlichen Auftrag erfüllen, aber den Apotheken werden die wirtschaftlichen Grundlagen entzogen."

Vor dem Deutschen Apothekertag (11. bis 13. Oktober) möchten die Apotheker den Bundesminister für Gesundheit für ihre Lage sensibilisieren: Die Honorarerhöhung um 25 Cent pro rezeptpflichtigem Arzneimittel und die Anpassung der Nacht- und Notdienstvergütung gleichen die finanziellen Lücken der letzten Jahre nicht aus.

Angemessen honorieren
Das Problem seien die Inflation und die gestiegenen Lohn- und Personalkosten. "Wir fordern eine adäquate Honorierung insbesondere bei der Herstellung von individuellen Rezepturen für Patienten sowie bei der Versorgung mit Betäubungsmitteln", sagt Magdalene Linz, Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen.

Großer Apotheken-Bedarf auf dem Land

Besondere Gefahr für die flächendeckende Arzneimittelversorgung besteht in ländlichen Regionen. Aufgrund des demographischen Wandels und der schlechteren Infrastruktur treffen Apothekenschließungen insbesondere alte Menschen. Sie benötigen eine Apotheke in ihrem nahen Umfeld, die jederzeit für sie da sein kann.

Senioren haben oft große Probleme bei der Einnahme oder Anwendung von Arzneimitteln und kämpfen mit Wechselwirkungen. Apotheker bringen die Arzneimittel im Bedarfsfall bis ans Bett, besorgen Pflegebedürftigen ihre notwendigen Hilfsmittel, erklären Diabetikern, wie der Insulin-Pen funktioniert und stellen für Allergiker Kapseln und Säfte her, wenn sie Fertigarzneimittel nicht vertragen. Auf diese Dienstleistungen sind Patienten jeden Tag angewiesen. Mit ihrer "Kittelaktion" wollen die Apotheker die Bundesregierung noch einmal auf ihre wichtige Funktion aufmerksam machen.

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