Nächtliches Zähneknirschen


Was hilft und was nicht
Nächtliches Zähneknirschen

Nächtliches Zähneknirschen ist ein weit verbreitetes Phänomen und bis zu einem gewissen Grad natürlich. Doch übermäßiges Knirschen schädigt auf Dauer die Zahnsubstanz. Was steckt dahinter und wie lässt es sich stoppen?
Zähneknirschen baut Spannungen ab
Zähneknirschen hilft dabei, das täglich Erlebte zu verarbeiten. Der Körper baut auf diese Weise Spannungen ab. Wenn jedoch Symptome wie Zahnabrieb oder morgendliche Kieferspannungen auftreten, ist es Zeit einen Zahnarzt aufzusuchen.

Wichtig ist es, zwischen dem natürlichen und dem übermäßigen Pressen und Knirschen zu unterscheiden, da unnatürlich starkes Beißen die Gesundheit von Zähnen und Kiefer gefährdet. Tückisch daran: Besteht zum Beispiel ein falscher Biss durch überkronte, fehlende, gekippte oder verdrehte Zähne, verschieben sich in der Folge die Kiefergelenke. Diese als Craniomandibuläre Dysfunktion – kurz CMD – bekannte Erkrankung führt zu Verspannungen im Kiefer-, Nacken- und Rückenbereich und löst manchmal Migräne oder Tinnitus aus. „Für die Zähne besteht dabei die Gefahr, dass sie sich unnatürlich in den Kiefer verlagern und entzündliche Prozesse im Zahninneren oder an den Wurzelspitzen entstehen“, erklärt Zahnmediziner A.-Meric Prause.

Zahnschiene – ja oder nein
Zum Schutz der Zähne bekommen viele Patienten Aufbissschienen für die Nacht verschrieben. „Diese werden zwar von der Kasse übernommen, helfen aber nur bedingt oder überhaupt nicht“, merkt Prause an. „Da es sich häufig um Schienen handelt, die nur durch einen simplen Abdruck des Unterkiefers entstehen, können sie sogar eher der Gesundheit schaden.“ Durch die einfache Abdruckabnahme entspricht eine solche Schiene exakt dem Gebiss, also inklusive Zahnfehlstellungen. Dabei entsteht die Gefahr, dass sich der Kiefer stärker verschiebt. Besser eignet sich eine speziell ausgerichtete Schiene, die Unebenheiten ausgleicht. Sie entlastet die Kiefergelenke und schützt die Zähne.

Wer knirscht, träumt nicht immer

Der Körper verarbeitet psychische Belastungen vor allem nachts. Stress führt zu unruhigen Nächten – dem sprichwörtlichen Drehen von einer Seite auf die andere. „Druck im Berufsleben, Stress in der Partnerschaft oder auch Existenzsorgen erhöhen in vielen Fällen die Intensität und Dauer des Knirschens“, bestätigt Dr. Prause. „Allerdings besteht kein Zusammenhang mit der Anzahl oder dem Ausmaß an Träumen. Denn viele Patienten träumen nicht bewusst und knirschen trotzdem oder pressen die Zähne stark zusammen.“

Um dem entgegenzuwirken, bietet sich individuelles Stressmanagement an. So lassen sich psychische Belastungen beispielsweise durch Sport oder Autogenes Training reduzieren.

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